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Walderhalt als oberste Maxime - Kehrtwende in der Waldpolitik gefordert

  • Anita Nenning
  • 16. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Pressemitteilung der Forstkammer Baden-Württemberg und des Bayerischer Waldbesitzerverbands

Bayerischer Waldbesitzerverband und Forstkammer Baden-Württemberg verlangen grundsätzliche Neujustierung der nationalen und europäischen Waldpolitik

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

MÜNCHEN / STUTTGART, 3. August 2026. Die anhaltende Trockenheit, extreme Hitze und die akute Waldbrandgefahr zeigen in diesen Wochen dramatisch: Der Klimawandel schreitet deutlich schneller voran – mit verheerenden Folgen für unsere Wälder. Angesichts dieser Krise warnen die beiden Waldverbände Süddeutschlands eindringlich: Wenn die Politik so weitermacht, werden die Wälder ihre lebenswichtigen Funktionen für uns Menschen schon bald nicht mehr erfüllen können.

„Wir brauchen jetzt eine Kehrtwende in der nationalen und europäischen Waldpolitik. Nötig ist eine grundsätzliche Neujustierung, die den Fokus auf einen proaktiven Walderhalt als oberste Maxime setzt“, erklären die Spitzen beider Verbände gemeinsam.

„Wer die Handlungsfähigkeit der Eigentümer durch immer neue und kontraproduktive Bürokratie lähmt und die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer einschränkt, gefährdet die Zukunft unserer Wälder“, erklärt Bernhard Breitsameter, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes.

„Unsere Waldeigentümer erbringen tagtäglich unverzichtbare Leistungen für die Gesellschaft – vom Klimaschutz über die Trinkwasserbereitstellung bis hin zum Rohstoff Holz“, ergänzt Adrian Sonder, Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg. „Diese Leistungen müssen ökonomisch tragfähig bleiben. Wir fordern eine sofortige Rückbesinnung auf das Subsidiaritätsprinzip und die Praxistauglichkeit von Gesetzen und Vorgaben. Die Entscheidungskompetenzen vor Ort müssen gestärkt werden.“

 

Bürokratie-Stopp und Absage an deutsche Sonderwege

Scharfe Kritik üben die Verbände an der ausufernden Regulierung aus Brüssel und Berlin. Als Negativbeispiele für praxisferne politische Eingriffe in die Handlungsoptionen der Eigentümer nennen die Verbände Regularien wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) oder die EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO). Auch wenn beide Verbände die grundsätzlichen Ziele teilen, kritisieren sie den vorgegebenen Weg.

Zudem fordern die Verbände, dass Deutschland aufhört, EU-Vorgaben durch einen vermeintlichen „Goldstandard“ einseitig zu verschärfen. Der aktuelle Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans zur WVO muss grundlegend überarbeitet werden. Auch bei der Umsetzung EUDR fordern die Verbände praxisnahe Vereinfachungen, anstatt die Waldbesitzer durch überbordende Strafen und Kontrollen zu kriminalisieren.

Die Verbände fordern die Politik auf, die Chancen der holzbasierten Bioökonomie konsequent zu nutzen und die Holzpolitik nachhaltig zu stärken. Holz ist als „Super-Rohstoff“ ein unverzichtbarer Pfeiler der Klimawende.

 

Zum Hintergrund:

In Bayern und Baden-Württemberg ist die Hälfte aller deutschen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu Hause – insgesamt rund eine Million Menschen. Über 40 Prozent der gesamten deutschen Privat- und Kommunalwaldfläche liegen in diesen beiden Ländern. Die Waldbesitzer und Forstbetriebe übernehmen tagtäglich Verantwortung für ihre Wälder.

Bild: Bernhard Breitsameter, Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband (links) und Adrian Sonder, Präsident Forstkammer Baden-Württemberg (rechts)  © Forstkammer Baden-Württemberg
Bild: Bernhard Breitsameter, Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband (links) und Adrian Sonder, Präsident Forstkammer Baden-Württemberg (rechts)  © Forstkammer Baden-Württemberg

 


 
 
 

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